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Balneum mariae, BM

Marienbad, Wasserbad
 
Im Wasserbad erhitzen. Das Wasserbad ist ein Gefäss, welches so eingerichtet ist, dass man den zu erhitzenden Kolben etc. durch den Dampf des im Wasserbade verdunstenden Wassers erhitzen und somit die Wärme dieses Apparates über 100 Grad bringen kann. (Gessmann 1899)

Calcinieren, Calcinatio, Calcinare

Kalzination, kalzinieren
 
Unter "Kalzinieren" verstand man in der Alchemie das Brennen oder Glühen eines Körpers im offenen Feuer. Auf diese Art behandelte Metalle oder Pflanzenteile, welche man heute als "Oxyde" bezeichnen würde, nannten die Alchemisten "Metallkalke" oder „Sal Salis“.

cohobieren, Cohobatio, Cohobition

Kohobation, kohobieren
 
So bezeichnete man die wiederholte Destillation eines durch Destillation erhaltenen Produktes. (Gessmann 1899)
Eine Flüssigkeit wird von einem Feststoff abdestilliert und wieder darauf zurückgegossen. Dieser Vorgang wird sehr oft hintereinander wiederholt. (Hornfisher 1998)
Mehrfache Destillation, wobei das Destillat immer wieder auf das Destillationsgut zurückgegossen wird. Das letzte Destillat heisst Cohob. (Schneider 1962)

coagulieren , Coagulatio

Koagulation, koagulieren Gerinnung.
 
Im okkultistischen Sinne jener Vorgang, bei dem ein fluidaler oder ätherischer Stoff körperliche Dichtigkeit annimmt. (Gessmann 1899)
Gerinnung oder Verdichtung eines (fluidischen) Stoffes (Waltharius 1956)
Pharm. "Gerinnung" (Verdichtung) von Flüssigkeiten, indem man durch Einengen oder Abkühlen Kristallisationen oder Fällungen erzeugt. Alchem. kann C. auch die Umwandlung des flüssigen Quecksilbers in festes Silber oder Gold bedeuten. (Schneider 1962)
Koagulation und Fixierung sollten die Substanzen fest und nichtätherisch machen. Dieser grundlegende Schritt brachte die Alchemisten näher zum Gold, dem stabilsten und "fixiertesten" aller Metalle. Sie mussten ihrem Stein diese Qualität verleihen, damit er sie an unedle Metalle weitergeben konnte. Das war keine einfache Prozedur, da philosophisches Quecksilber, das die meisten Alchemisten für einen wesentlichen Bestandteil des Steins hielten, äusserst flüchtig war. Sie bemühten sich, dieses Quecksilber im Stein zu "fixieren", und sie illustrierten diesen Vorgang in oft grausamen Darstellungen des Gottes Merkur, dessen Hände und geflügelten Füsse abgehackt waren. (Coudert 1992)
 
Verfestigen. (Hornfisher 1998)

Destillieren, Destillation

Destillare

Auflösung, Zerschmelzung, Zertriefung des Stoffes, Teiloperation der Solution (Waltharius 1956)
Das Destillationsgut wird in einem geeigneten Gefäss (Vesica destillatoria, evtl. mit aufgesetztem Alembicus, oder eine Retorta) erhitzt. Die flüchtigen Anteile werden dabei ausgetrieben, in einer Kühlvorrichtung kondensiert und in einer Vorlage (Receptaculum) aufgefangen. Wird nur ein bestimmter Teil abdestilliert, spricht man von Abstrahere, abziehen. (Schneider 1962)
Destillation und Sublimation wurden von den Alchemisten bis ins 19. Jahrh. hinein immer wieder verwechselt. Wenn sie in ihren alchemistischen Gefässen Dämpfe aufsteigen, kondensieren und wieder verdampfen sahen, glaubten sie, Zeugen einer wunderbaren Umwandlung zu sein, worin die "Seele" der Materie sich von ihrem "Körper" trennt, sich auf einer höheren Ebene verfeinert und rein mit ihm wiedervereinigt.
Destillation und Sublimation wurden auf alchemistischen Illustrationen manchmal durch den Uroboros - die Schlange, die sich in den Schwanz beisst - symbolisch dargestellt, um die kreisförmige Bewegung des Vorgangs zu verdeutlichen. Meist jedoch hat man sie durch himmelwärts fliegende Vögel oder den Flug der Seele aus dem Körper und ihre Rückkehr in ihn symbolisiert. (Coudert 1992)

digerieren, Digeration, digere, Digestion


Den Retorteninhalt eine entsprechende Zeit zwischen 30 Grad Wärme und seinem Siedepunkt mittels der Flüssigkeit erwärmen. Teiloperation der Sublimation (Waltharius 1956)
Langsames Ausziehen wirksamer Bestandteile aus Drogen mit Lösungsmitteln in geschlossenen Gefässen bei gleichbleibender Temperatur (Fimus equinus). (Schneider 1962)

evaporieren


Flüssigkeiten unter vermindertem Druck (vacuum) behutsam eindampfen.

exaltieren , Exaltation


Erregung des Stoffes. (Waltharius 1956)
Die Wirkung einer spagyrischen Arznei oder des Steins der Weisen erhöhen. (Hornfisher 1998)

Extrahieren, Extraktion


Ausziehen bestimmter Substanzen mittels Lösungsmittel. (Waltharius 1956)

Feces, Faeces

Unreinheiten, Schwebestoffe, Ausfällungen, Überflüssiges

Fermentation

"Gärung". 
 
Die Fermentation besass zweifache Bedeutung. Sie bezog sich sowohl auf einen Vorgang während der Transmutation unedlen Metalls in Gold, wie auch auf einen Prozess bei der Herstellung des Steins der Weisen. Im ersten Wortsinn nannte man den Stein oft "Ferment", weil er wie Hefe die Kraft hatte, Substanzen seiner eigenen Natur gemäss umzuwandeln. Im Laufe der Produktion des Steins jedoch war die Fermentation jener Vorgang, der dem Stein das gewisse Etwas verlieh. Petrus Bonus vermittelt uns das klarste Bild:
"Im ersten Sinn ist unser Stein der Sauerteig aller anderen Steine und verleiht ihnen seine eigene Natur - ein kleines Stück Hefe säubert einen ganzen Klumpen. Wie Sauerteig, obwohl von derselben Art wie gewöhnlicher Teig, ihn nicht aufgehen lassen kann, bevor, weil er einfacher Teig ist, er nicht eine neue Eigenschaft gewinnt, die er vorher nicht besessen hat, so kann auch unser Stein Metalle nicht verändern, bevor er nicht sich selbst verändert und sich eine bestimmte Qualität hinzugefügt hat, welche er zuvor nicht besass. Er kann sich nicht verwandeln oder färben, wenn er nicht zunächst selber verwandelt und gefärbt ist. Gewöhnliche Hefe erhält ihre Gärkraft mittels der digestiven Qualität sanfter und verborgener Hitze, und so verdankt auch unser Stein seine Fähigkeit zu fermentieren, zu konvertieren und umzugestalten einer gewissen digestiven Hitze, welche seine potentiellen und latenten Eigenschaften zum Ausbruch bringt, wenn man weiss, dass ohne Hitze weder Digestion noch Aktivität möglich ist." (Coudert 1992)

Figere, figieren


Flüchtige Stoffe in eine Form bringen, welche der Einwirkung der Wärme Widerstand leistet. (Waltharius 1956)
Fix machen, dasselbe wie Fixation. (Gregorius 1980)  
"Feuerbeständigmachen" durch Fixation. Sie bestand darin, dass man einen flüchtigen Stoff (z. B. Quecksilber) in Säure (z. B. Salpetersäure) löste und durch Eindampfen einen Salzrückstand (hier Quecksilbernitrat) erhielt. Durch Glühen geht dieser (im Beispiel) in das rote Quecksilberoxid über, das einem "fixen" Quecksilber entsprechen würde (siehe Mercurius praecipitatus ruber). Sulphur Fixum s. Sulphur philosophorum. (Schneider 1962)
Einen Stoff allmählich feuerfest und beständig machen, indem man ihn lange Zeit ansteigenden Temperaturen aussetzt, die am Ende sehr hoch sind. (Hornfisher 1998)

imbibieren , Imbibitio, Imbibere


Den Stoff tränken und sättigen (Waltharius 1956)
Einen Feststoff vorsichtig nach und nach eintränken und wieder trocknen, bis er keine Flüssigkeit mehr aufsaugt. (Hornfisher 1998)
Imbibieren oder eintränken. Imbibitio, die Eintränkung: Anfeuchten oder Anteigen mit einer Flüssigkeit. (Schneider 1962)

incerieren


Einen Stoff so weich und flüssig wie Wachs machen. (Hornfisher 1998)

infundieren


Aus einer pflanzlichen Substanz durch Aufgiessen kochenden Wassers die löslichen Bestandteile ausziehen. Das Produkt wird "Infusion" oder "Aufguss" genannt. (Gessmann 1899)

Konjunktion

Conjunctio

In der Alchemie oder Astrologie ein Vorgang, bei welchem zwei oder mehr Gegenstände mit einander verbunden, oder zu­mindest in harmonische Beziehungen gebracht werden. (Gessmann 1899)
Verbindung von Sulphur und Merkur in der Retorte. (Waltharius 1956)

lutieren


Das luftdichte Verschliessen alchemistischer Gerätschaften mittels eines Kittes. Solche Kitte wurden aus Leinsamenmehl, Thon, Eisenfeile, Schwefelblumen, Gummi, Leimwasser und Kalk, Topfenkäse, geronnener Milch, Gips etc. hergestellt, je nachdem sie grössere oder mindere Hitzegrade auszuhalten hatten, oder je nach den Materialien, aus welchen die zu verlutierenden Gerätschaften bestehen. (Gessmann 1899)
Luftdichtes Verkitten alchimistischer Kolben, Retorten und Geräte. (Waltharius 1956)
Verkitten und Verstreichen von Fugen an chemischen Apparaten. (Gregorius 1980)  
Die Apparaturen zur Destillation und für vergleichbare Zwecke abdichten. Früher wurde dazu der Lutum sapientae, der "Leim der Weisheit" benutzt, ein Sammelbegriff für spezielle klebrige Substanzen. Heute erübrigt sich dies, da man fast immer mit geschliffenen Komponenten arbeitet, die einen luftdichten Abschluss gewährleisten. (Hornfisher 1998)

mazerieren , Mazeration


Einen Körper bei gewöhnlicher Temperatur eine Zeitlang der Einwirkung irgend einer Flüssigkeit aussetzen. (Gessmann 1899)
Die längere Zeit dauernde Einwirkung einer Flüssigkeit (Wasser, Alkohol u. a.) auf eine feste Substanz bei gewöhnlicher Temperatur. Die durch Mazerieren erhaltene Flüssigkeit heisst in der Pharmazie "kalter Aufguss". Mazerieren mit Erwärmung heisst digerieren. (Gregorius 1980)

multiplizieren , Multiplicatio, Multiplikation


Alchemistisch die qualitative Vermehrung, d.h. Umwandlung eines minderwertigen Stoffes in einen höheren. Mitunter auch im Sinne quantitativer Vermehrung gebraucht. (Gessmann 1899)
Quantitative und qualitative Vermehrung des Lapis. (Waltharius 1956)
"Vermehrung", die eintreten soll, wenn unedle Metalle durch den Lapis philosophorum (Augmentatio) in edle umgewandelt werden. Die Veredlungsprodukte sollen ihrerseits wieder weitere Men­gen Edelmetalle herzustellen gestatten. (Schneider 1962)
Multiplikation nannte man jenen Vorgang, durch den die Kraft des Steins so sehr vermehrt wurde, dass er das Hundert- und Tausendfache seines eigenen Gewichts an unedlem Metall transmutieren konnte, ohne jemals in seiner Kraft nachzulassen. Von daher ist auch das alchemistische Symbol des Pelikans für den Stein zu verstehen. Jahrhundertelang glaubten die Menschen nämlich, Pelikane fütterten ihre Jungen mit ihrem eigenen Blut - mit ihrer eigenen "Kraft", "aus sich selbst" also -, denn wenn die Pelikane das Futter aus ihren Futtersäcken hochwürgen, sieht es so aus, als würden sie sich die eigene Brust aufpicken. So war der Pelikan ein ideales Symbol für den Stein, der ebenfalls seine "Brut" aus seiner eigenen Substanz nährt. (Coudert 1992)
Den Stein der Weisen an Menge und metallverwandelnder Kraft vermehren. (Hornfisher 1998)

Penetration


Absolute Durchdringung des Stoffes durch einen anderen. (Waltharius)

Phlegma

Aqua insipida

Ein unschmackhaftes Wasser. (Anonym 1755)
Der Rückstand beim Destillieren. Auch was beim Destillieren zuerst in die Vorlage übergeht. (Waltharius 1956)
Wässriges, oft geruch- und geschmackloses, manchmal aber auch riechendes Destillationsprodukt, das entweder vor oder nach dem übergehenden Spiritus erscheint, z. B. destilliert beim trocknen Erhitzen von Eisensulfaten zunächst ein Phlegma (aus Feuchtigkeit und Kristallwasser gebildet), ehe der Spiritus vitrioli folgt, bei der Destillation von Wein dagegen ist der Spiritus vini der flüchtigere Teil, dem das Phlegma (im wesentlichen Wasser) folgt. (Schneider 1962)
Feuchtigkeit, überflüssige Wässrigkeit. (Hornfisher 1998)

Präzipitat, Präzipitation

Niederschlag.

Präzipitieren oder niederschlagen ist das Abscheiden eines chemisch gelösten Körpers auf chemischem Wege in fester, pulverförmiger Gestalt. (Gessmann 1899)
Einen Stoff fällen, ihn chemisch niederschlagen. Abscheidung eines in der Retorte gelösten Körpers als Fixum oder Pulver. (Waltharius 1956)
Niederschlagung, d. h. das Ausfällen einer Substanz aus einer Lösung, z. B. bei Herstellung der Magisteria oder der Praecipitate (Mercurius praecipitatus albus). (Schneider 1962)
Chemisch niederschlagen, "fällen". (Gregorius 1980)
Einen in einer Flüssigkeit gelösten Stoff niederschlagen, meist indem man eine andere Lösung damit vermischt. (Hornfisher 1998)

Projectio, Projektion


Als "Projektion" wurde in der Alchemie jener Vorgang bezeichnet, durch welchen ein Ding mit bestimmten gewollten Kräften oder Eigenschaften begabt wird. (Gessmann 1899)
Einem Stoff bestimmte Kräfte und Qualitäten geben, Verwandlung minderwertiger Metalle in Gold und Silber. Im Besonderen das Aufwerfen der Tinktur (siehe auch tingieren).  (Waltharius1956)
In der Projektion, dem letzten Arbeitsstadium, wurde der Stein pulverisiert, in ein Stück Papier oder ein wenig Wachs gewickelt und auf die zu transmutierende Substanz geworfen. (Coudert 1992)
Aufwerfung. Meist in dem Sinne gebraucht, dass der Stein der Weisen auf ein unedles Metall, das sich im Schmelzfluss befindet, gegeben wird, um es zu transmutieren. (Hornfisher 1988)

pulverisieren, Pulvis


So nennt die Chemie das Zerkleinern fester Körper von grösserem Volumen zu einem mehlartigem Pulver.

putrefizieren , Purificatio, Putredo, Putrefactio, Putrefaktion, Putrefikation


Reinigung und Läuterung durch den Prozeß der Fäulung. (Waltharius 1956)
 
Reinigung, die in pharm. Sinne durch verschiedene Arbeiten er­reicht wird, wie durch Destillation, Sublimation, Lösung (dabei Filtration und Kristallisation), Verbrennen, Verrauchen usw. Bei den Alchemisten kann sie die Nigredo bei der Bereitung des Steins der Weisen bedeuten. (Schneider 1962)
Spagyrische Wiedergeburt der Materie durch Verwesung. (Gregorius 1980)  
Fäulnis, faulen lassen. (Hornfisher 1998)
Fäulung.
Alchem. eine Stufe der Gradatio, bestehend in der Aufschliessung einer Substanz (dirigieren, lösen usw.) in der Wärme (Lapis philosophorum). Pharm. der natürliche Prozess des Verfaulens. (Schneider 1962)


reduzieren , Reductio, Reduktion


Reduzieren im chemischen Sinne heisst einem oxydierten Körper den Sauerstoff entziehen, und denselben in den ursprünglichen Zustand zurückführen. Die Alchemie bezeichnete als Reduktion die Abscheidung eines im nicht metallischen Zustande befindlichen Metalles als Regulus, d.h. als Metallklumpen. Es wurde unter Reduzieren ferner die Wiederherstellung der Radikale aus deren Chlor- und Schwefelverbindungen gemeint. (Gessmann 1899)
Abscheidung eines Metalles, das sich im nichtmetallischen Zustande befindet, als Metallschlake. (Waltharius 1956)
Wiederbringung in die vorige Gestalt, z. B. Herstellung eines Metalles (Regulus) aus einer Verbindung (z. B. Oxid), die man zuvor aus dem Metall bereitet hat. Die Arbeit heisst Reducieren. (Schneider 1962)

Rektifizieren, Rektifikation


Das Reinigen oder Konzentrieren einer Flüssigkeit auf dem Wege der Destillation. (Gessmann 1899)
Konzentration einer Flüssigkeit durch Destillation. (Waltharius 1956)
Reinigen. Meist in dem Sinne gebraucht, dass durch wiederholte Destillation überschüssiges Wasser entfernt werden soll. (Hornfisher 1998)

repetieren


Den Vorgang wiederholen. (Waltharius 1956)

Resurrectio, ressurieren


In der Alchemie der Übergang in einen höheren Daseinszustand. (Gessmann

reverberieren , Reverberatio


Mäßiger Feuerung aussetzen, Streichfeuer (Waltharius 1956)
Dem Streichfeuer oder der zurückschlagenden Flamme aussetzen. (Gregorius 1980)
Einen Stoff den offenen Flammen aussetzen. (Hornfisher 1998)

Rubifikation


Vollendung. (Waltharius 1956)

sättigen


Sättigen heisst eine Flüssigkeit so mit einem Körper schwängern, dass dieselbe nicht imstande ist, mehr von diesem Körper aufzunehmen. (Gessmann 1899)

Separieren, Separation


Trennung, Absonderung. (Waltharius 1956)

Separation war ein höchst vielseitiger Begriff, der Operationen wie Filtration, Dekantation oder Destillation einer Flüssigkeit von ihrem Residuum beschrieb. (Coudert 1992)
 
Trennung, trennen. In vielen speziellen Fällen wird mit dem Begriff eine Trennung der philosophischen Elemente eines Stoffes, beispielsweise durch ein Circulatum benannt. (Hornfisher 1998)

sigillieren


Versiegeln, luftdicht abschliessen. (Hornfisher 1998)

solvieren



Auflösen. (Hornfisher 1998)

sublimieren , Sublimatio, Sublimation

Conversion, Dissolution

Unter Sublimation verstand man in der Alchemie das Aufsteigen aus einem niedrigeren in einen höheren Zustand. So heisst eine trockene Destillation, bei welcher ein fester Körper in Dampfform aus der Retorte ausgetrieben und in der Vorlage wieder in fester Form aufgefangen wird. (Gessmann 1899)
Trockene Destillation. Verdampfung fester Körper und Festigung im Rezipienten. Ausziehung von Merkur und Sulphur. (Waltharius 1956)
Verflüchtigen einer festen Substanz durch Erhitzen, ohne dass sie dabei schmilzt, und Wiederauffangen durch Abkühlung. Für diese Arbeit, die auch eine Stufe zur Gewinnung des Lapis philosophorum war, diente meist ein Topf mit mehreren übereinander gefügten Aufsätzen, die Aludel genannt wurden. (Schneider 1962)
Chemisch eine Verdampfung fester Substanz, die sich an kühleren Gefässteilen kristallinisch kondensiert. Spagyrisch eine Multiplikation des aktiven Prinzips der Substanz, eine Volatilisierung des Geistes im hermetisch lutierten Kolben, dann fällt das Volatile auf die Substanz zurück, öffnet und löst sie. (Gregorius 1980)
Sublimation und Destillation wurden von den Alchemisten bis ins 19. Jahrh. hinein immer wieder verwechselt. Wenn sie in ihren alchemistischen Gefässen Dämpfe aufsteigen, kondensieren und wieder verdampfen sahen, glaubten sie, Zeugen einer wunderbaren Umwandlung zu sein, worinn die "Seele" der Materie sich von ihrem "Körper" trennt, sich auf einer höheren Ebene verfeinert und rein mit ihm wiedervereinigt.
Sublimation und Destillation wurden auf alchemistischen Illustrationen manchmal durch den Uroboros - die Schlange, die sich in den Schwanz beisst - symbolisch dargestellt, um die kreisförmige Bewegung des Vorgangs zu verdeutlichen. Meist jedoch hat man sie durch himmelwärts fliegende Vögel oder den Flug der Seele aus dem Körper und ihre Rückkehr in ihn symbolisiert. (Coudert 1992)
Einen Feststoff durch Erhitzen verdampfen und wieder fest werden lassen. (Hornfisher 1998)

tingieren

färben

Durch Aufwerfen der Tinktur bzw. des Lapis den im Verwandlungsvorgang befindlichen Metallen gleichzeitig die Farbe geben. (Waltharius 1956)
Färben. Oft wird der Begriff in dem Sinne benutzt, dass der Stein der Weisen unedlen Metallen die Farbe (und alle sonstigen Eigenschaften) des Goldes verleiht. (Hornfisher 1998)


Transmutation, transmutieren


Der Alchemist nennt die Umwandlung eines unedlen Metalles in Gold oder Silber unter Einwirkung der Tinktur oder eines Partikulars. (Gessmann 1899)
Verwandlung der unedlen Metalle in Gold und Silber durch Aufwerfen des in Wachs gekneteten Lapis bzw. der Tinktur. Der Verwandlungsvorgang an sich. Vgl. auch Projektion und tingieren. (Waltharius 1956)
Umwandeln. Meist in dem Sinne gebraucht, dass vermittels des Grossen Steines ein unedles Metall in Gold oder Silber verwandelt wird. (Hornfisher 1998)


Zirkulation, zirkulieren


So nannte man das Digerieren in einem besonderen Apparate, welcher derart eingerichtet war, dass die verflüchtigte Substanz sich im Helme des Kolbens verdichten, und wieder in den Kolben zurückfliessen musste. (Gessmann 1899)
Besondere Art des Digerierens, als Mischvorgang der Influenzen und flüssigen Stoffe in der Retorte. (Waltharius 1956)  
Digerieren in einem für Kreislauf der Kolbenflüssigkeit gebauten Kochgerät. (Gregorius 1980)
Einen Stoff in einem verschlossenen Gefäss immer wieder verdunsten und abkühlen lassen. (Hornfisher 1998)